Bundesverfassungsgericht im Jahre 1978:

"Vor allem die zunehmende Eingliederung der Frauen in den Arbeitsprozeß hat wesentlich zum Rückgang der früher herrschenden Ansicht beigetragen, es widerspreche der natürlichen Aufgabenteilung in Ehe und Familie, wenn die Frau im Berufsleben tätig sei und sich nicht auf die Erfüllung ihrer Aufgaben in Ehe und Familie beschränke.

Entsprechend hat sich, wie in dem Bericht der Bundesregierung über die Situation der Frauen in Beruf, Familie und Gesellschaft vom 14. September 1966 (BTDrucks. V/909) im einzelnen dargelegt ist, das Leitbild der Frau, das früher das der Familien- und Hausmutter war, tiefgreifend verändert. Aufgrund der Entwicklung der Berufstätigkeit der Frauen einschließlich der Ehefrauen hat das Bundesverfassungsgericht in seiner zweiten Entscheidung zu § 43 AVG die Ansicht von der traditionellen Aufgabenverteilung der Ehegatten in der Ehe aufgegeben. Nach den heutigen Gegebenheiten ist davon auszugehen, daß die Aufgabenverteilung in der Ehe in erster Linie der freien Entscheidung der Ehegatten unterliegt, die lediglich im Kindeswohl ihre Grenze findet (BVerfGE 39, 169 (183))."

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv048327.html